Let’s talk about some daily hustle…

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich das denn so mache mit der Perücke, ob ich sie immer auf habe oder auch mal abnehme, hier einige Geschichten aus meinem „Alltag“.

Ich bin inzwischen relativ zwiegespalten, was meine fehlenden Haare betrifft. Auf der einen Seite wünsche ich mir, dass sie irgendwann wieder wachsen. Auf der anderen Seite finde ich Haare anstrengend.

Zum Schlafen nehme ich die Perücke immer ab. Das ist für mich relativ „befreiend“, wenn man so will. Befreiend daher, weil ich es nicht gewohnt bin mit Perücke zu schlafen. Da gibt‘s nichts, was mir im Gesicht hängt oder zu warm ist.  Ab und an gibt es Situationen, in denen ich die Haare allerdings nicht abnehmen kann, bzw. nicht abnehmen will, weil ich mir z.B. ein Zimmer mit fremden Menschen teile. (Während einer Australien Reise war ich z.B. oft in Hostels mit Mehrbett-Zimmern. Im Leben hätte ich in diesen Situationen meine Perücke nicht abgenommen.) In diesen Momenten wird mir bewusst, wie sehr mein Selbstbewusstsein gelitten hat, seitdem ich mir mein erstes Zweithaar gekauft habe. Seitdem gibt es mich nur noch mit Haaren und ich würde mich (zumindest im Moment) nicht ohne aus dem Haus trauen. Wenn ich neue Leute kennen lerne, muss ich diesen auch erst einmal so weit vertrauen, dass ich einschätzen kann, ob sie mich als Person mögen. – Egal ob mit oder ohne den Haaren. Erst wenn ich mir hier zu 100% sicher bin und mich wohl fühle, kann ich mich evtl. dazu hinreißen lassen mich auch mal ohne Haare zu zeigen.

Zurück zum Alltag: Wenn es sich vermeiden lässt, dusche ich auch nicht mit Perücke. Es gibt nichts Schlimmeres für mich, als nasse Haare. Die kleben einem im Gesicht, tropfen alles nass, sie zu föhnen dauert eine halbe Ewigkeit, wenn man sich verwöhnt, schaut man aus wie Kraut und Rüben, dann sitzt der Scheitel nicht wo er soll, einmal sind die Haare zu glatt, einmal zu lockig…der Wahnsinn. Ihr lacht jetzt vielleicht, aber für mich war das mit meiner ersten Perücke eine ganz neue Erfahrung. Ich hatte keine Ahnung, wie man sich „richtig föhnt“, damit die Frisur sitzt oder wie man irgendwelche Frisuren macht. (Der Flechte Zopf ist bis heute mein Highlight! – Für alles darüber hinaus bin ich zu ungeduldig.) Im Normalfall wasche ich meine Haare im Waschbecken und lasse sie danach auf einem Perückenkopf trocknen.

Dementsprechend ungern gehe ich z.B. auch schwimmen. Wobei ich mich hier irgendwie ein bisschen selbst kasteie. Eigentlich liebe ich nämlich schwimmen. In Bädern, in Seen, im Meer…ich war früher wahnsinnig viel im Wasser unterwegs. Mit meiner ersten Perücke allerdings, kamen diverse Einschränkungen, die ich selbstverständlich einfach lösen könnte, indem ich ohne Haare schwimmen gehe, aber wie bereits gesagt. Das traue ich mich nicht. Ich habe beispielsweise mit ca. 14 zum letzten Mal einen Kopfsprung ins Wasser gemacht, bin getaucht oder von Sprungbrettern gesprungen. Allgemein ins Wasser gesprungen. Hier ist die Gefahr einfach zu groß, dass die Perücke davon schwimmt. Daher begnüge ich mich derzeit, wie die alten Damen grazil ins Wasser zu gleiten und bloß nicht!!! meinen Kopf dabei nass zu machen.  Natürlich gibt es immer mal wieder ganz nette Freunde, die z.T. auch einfach vergessen, dass ich eine Perücke trage und mich daher ins Wasser schmeißen oder tauchen oder was man eben so macht. Für diese Fälle habe ich einen unfassbar schnellen Reflex entwickelt, der meine Hand sofort auf meinen Kopf schnellen lässt, um die Haare festzuhalten. So etwas wird natürlich schwierig, wenn man irgendetwas macht, wo man sich von Grund auf festhalten muss. Wie Banana-Boat fahren z.B. – das letzte Mal mit 14 im Urlaub gemacht. Als ich irgendwann mit Freunden im Urlaub war, kam der Wunsch eines Freundes, ich solle doch einfach mal „drauf scheissen“ und jetzt mit Banana Boat oder Ringo fahren. Ich konnte mich leider nicht überwinden.

Oftmals gerate ich auch selbst in Situationen, in welchen mir erst währenddessen bewusst ist, dass ich auf meine Haare Acht geben muss. Yoga z.B. oder auch einige Figuren im Pilates. Kopfüber ist halt nicht. Da nehme ich lieber die missbilligenden Blicke des Trainers in Kauf, der unzufrieden darüber ist, wenn man eine Übung nicht mit macht. Oder bei einem Freund auf dem Roller/Motorrad mitfahren. Oftmals sind die Helme so eng, dass ich mir die ganze Fahrt Gedanken darüber mache, wie ich da wohl wieder raus komme ohne mir auch meine Haare vom Kopf zu ziehen.

Ihr merkt, es gibt so einige Situationen im Alltag, die eigentlich total selbstverständlich sind. Und für mich auch selbstverständlich sein könnten. Aber hier stehe ich mir im Moment noch selbst im Weg. Umso schöner ist es für mich, wenn Freunde wirklich vergessen, dass ich eine Perücke trage und mich ungeniert ins Wasser schmeißen oder mir auch mal an den Haaren ziehen.

Für diese Momente reicht im Moment der Reflex.

🍀Temsonika

►in english, please◄

As people often ask me about how to live with a wig and how to handle it, I’ll tell you some everyday life stories.

Concerning my bald, I’m quite ambivalent. On one side, I really have the wish that my hair grow again. On the other side hairs are really exhausting.

For sleeping, I usually don’t wear my wig. That “frees myself” a bit. Liberating, because I’m not used to sleep with a wig. And so, normally there is no hair in my face or it’s too warm or something like this. Now and then there are situations, when I can’t take off the wig, or rather don’t want to take it off. When I was travelling through Australia e.g., I often slept in a hostel with three or four for me unknown people in one bedroom. And I would never have taken off my hair. These are the moments, when I’m aware of how much I lost of my self-confidence since I got my first wig. Since I was 15 or 16, there’s only me with my hairs and I would never go out without them. (At least not at the moment.) When I make some new friends, I really have to trust them well and have to know they like me personally – with or without hair. Only if I’m for 100% sure and feel fine, it could be one time that I show them myself without a wig.

Back to everyday life: If I can help it, I don’t take a shower with the wig. There is nothing worse than wet hair. They stick in your face, everything is wet, blow-drying takes forever, if you blow-dry the wrong way, you look like a mess. The crown of your head has not the right position, the hairs are too straight, and then too curly…that’s sheer madness. You may giggle right now, but for me it was a brand new experience when I got my first wig. I had no idea how to make hairstyles. (Braiding hair is a highlight by today. For everything else I’m too impatient.) Usually, I wash my hair in the washbasin and put it onto my wig stand for drying.

Accordingly, I go reluctantly swimming. Whereby in this situation, I chasten myself. Actually I love swimming and I did it very often when I was younger. With my first wig, there came the first limitations. (I could solve this of course, if I would take off my wig. But that’s no option for me right now.) With 14 or 15 years, I dived the last time into a swimming pool, went diving or just jumped into a swimming pool. The danger is too great, that the wig swims away. Therefore, I content myself with gliding into the water without!!!! wetting my head.

Of course that’s an invitation for some nice friends, who often simply forget that I’m wearing a wig, just to throw me into a swimming pool or stuff like this. For this reason, I developed a new reflex, which shoots up my hand holding my wig. This is getting tricky, if you are in a situation, where you have to hold on something not to fall off. Like riding the banana boat for example. I loved it when I was a child. But at this time – no banana boat for me. Once I was on holidays with some friends, they told me just to give a fuck about it – but I couldn’t overcome myself.

Sometimes, there are situations in my daily life, where I just realize during this situation that it could become a problem with my hair. Yoga or Pilates for example. Headlong is not an option. Or a tight helmet (bike or ski e.g.). I’m really afraid to take off the helmet together with my wig.

You see, there are some situations in an everyday life, which should be simply taken for granted. But at the moment, I stand myself on my way. The nicer to see, that some friends really forget that I’m wearing a wig and therefore they treat me like everyone else.

For these moments, I got my fast reflexes.

🍀Temsonika

 

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