Warum Baldie? Warum jetzt? ∞ Why telling the story?

Ich habe eine ganze Weile mit dem Gedanken gespielt, diesen Blog zu eröffnen und meine Geschichte zu erzählen. Allerdings hatte ich auch Zweifel daran, ob es überhaupt jemanden interessiert oder wie die Reaktionen darauf sein werden. Dass ihr das hier nun doch lest, ist dem durchweg positiven Zuspruch all meiner Freunde zu verdanken.

Ich habe nicht vor, auf diesem Weg eine „tragische“ Geschichte zu erzählen. Das wäre nicht nur heuchlerisch, sondern auch gelogen. Es gibt Personen, die weitaus schlimmere Krankheiten haben und physischen Schmerz erleiden müssen. Allerdings bedarf es meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft einem größeren Bewusstsein für Krankheiten, die nicht en detail erforscht sind. Haare sind nicht nur nützliche Utensilien des Körpers, sie definieren vielmehr das Aussehen einer Person – und definieren darüber ein Stück weit ihre Schönheit. Dass Schönheit von Innen kommt, mag bestimmt auch richtig sein. Trotzdem zählt in unserer Gesellschaft der erste Blick auf eine Person, um sich ein Bild zu machen. Und wenn wir alle ehrlich zu uns sind, stecken wir das Gegenüber nach dem ersten „Body-Check“ in gewisse Schubladen. „Ist die fett – was für ein Mauerblümchen – die schaut aus, als hätte sie Jahre nichts gegessen“. So etwas denkt man bevor man die „innere Schönheit“ einer Person entdeckt. Hat eine Frau mir gegenüber eine Glatze, gibt es mehrere Schubladen: (Das gilt natürlich auch bei Männern – allerdings gibt es bei eben diesen die „Glatze“ ja auch als selbst gewählte „Frisur“). Zurück zu den Schubladen: Schublade 1: Sie hat Krebs, bzw. macht eine Chemo – auf jeden Fall ist sie schlimm krank. Die Arme. Schublade 2: Da ich inzwischen relativ gut erkennen kann, ob der Haarausfall krankheitsbedingt ist, denke ich mir in den anderen Fällen oft: Warum rasiert sich eine Frau freiwillig die Haare ab? Das macht sie in meinen Augen kantiger – aggressiver – irgendwie unsympathisch. Es gibt mit Sicherheit noch so einige Schubladen, in die man Personen ohne Haare einordnen kann. Achtet einfach einmal bewusst selbst darauf, was ihr denkt, wenn euch eine unbekannte Person ohne Haare begegnet. Genau das ist das Problem von uns weiblichen „Baldies“. Eine Frau verliert durch den Verlust ihrer Haare in ihren eigenen Augen oftmals ihre Schönheit – ihre Identität und ein Stück von sich selbst. Es sind eben leider nicht nur Haare, die man verliert.

Ich hatte das große Glück, trotz meines Haarverlusts mit tollen Freunden und einer liebevollen Familie aufzuwachsen, die mich immer unterstützt haben. Wenn man bedenkt, wie gemein Kinder und Jugendliche manchmal sein können, ist das nicht selbstverständlich. Wenn ich mit diesem Blog anderen Betroffenen helfen kann, das Selbstvertrauen zu erlangen, mit welchem ich aufgewachsen bin  und grundsätzlich die Aufmerksamkeit und die Bekanntheit dieser Krankheit, wenn auch nur geringfügig zu steigern, dann war meine Entscheidung diesen Blog zu schreiben, die Richtige.

Ich werde hier in regelmäßigen Abständen meine Geschichte erzählen.

Falls ihr Fragen und Anregungen habt, meldet euch gerne bei mir.

►in english, please◄

For quite a while I’m thinking about writing this blog and telling my story. However, I also had doubts, if people are interested in it or how they will react. Because of the positive resonance of all my friends, I decided to start writing. So have fun reading!

I don’t want to tell you a tragically story now. This would be hypocritical and kind of a lie. There are people outside, who have even more serious diseases and have real physical pain. Nevertheless, in my opinion, there has to be more information and awareness in our society for diseases, which are largely unexplored yet.

Hair is not just a useful implement of your body. It rather defines the appearance of a person – and furthermore the beauty. It may be, that real beauty comes from the inside, but if we are all honest, the first look at a person is important in our society. And we all stick the person vis à vis into a box after the first “Body-Check”. “She’s/He’s fat” – “What a wallflower” – “She looks like she has not eaten something for a while..”… That’s what we think, BEFORE we realize what beauty is inside of a person. If a women has a bald, I personally think, there are some different boxes to stick them in: (The same thing applies for men, but for them it’s more “usual” to have a bald also as a “hairstyle”.) Back to the boxes: Box 1: She has cancer and got a chemotherapy. – She got a serious illness. Poor one. Box 2: Over the years I’m good in noticing if the hair loss is due to illness. That’s the reason why I can’t understand, why women wear a bald voluntarily. In my opinion a women looks more edgy, more aggressive and kind of unlikeable. I’m sure there are much more boxes to stick people with a bald into. Just try to be aware what you think, if you see an unknown person without hair on the street. That’s the problem for us female “Baldies”. Through the eyes of a women, she does not only loses her hair, but also her beauty, her identity and a piece of herself. Unfortunately, it’s not just an hair loss.

In spite of my bald, I was very fortunate to grow up with wonderful friends and a lovely family, who supported me all the time. This is not self-evident, if you think about how mean especially children and young people can be. If I can help other young people to gain more self-confidence with a bald and if the blog helps to increase the prominence of Alopecia a bit, it was the right decision for me to write about it.

Periodically, I will tell you my story.

If you have any questions or further notes, please do not hesitate to contact me.

🍀Temsonika

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